News - Meldung
Alle Wettbewerbe der Herren in Kurzfassung
zur Tabelle hier klicken
60 Meter
Vorleistungen sind nicht alles, aber im 60 Meter Sprint der Männer beim 1. Internationalen IndoorMeeting in Düsseldorf, setzten sich in den beiden Vorläufen die Sprinter durch, die mit den besten Vorleistungen in die NRWLandeshauptstadt gereist waren. Doch am Ende konnte sich der vermeintlich Stärkste, Morne Nagel aus Südafrika, nicht durchsetzen. Mit ordentlichen 6,62 Sekunden und persönlicher Saisonbestleitung siegte Matic Osovnikar aus Slowenien vor dem Polen Dariusz Kuc (6,65 Sek.), der für die LG Braunschweig startet. Nagel beendete den Wettkampf mit 6,68 Sekunden als Dritter.
Bester Deutscher war Ronny Ostwald vom TV Wattenscheid. Im Finale spurtete er die 60 Meter in 6,72 Sekunden hinunter und kam auf Rang vier. Im Vorlauf hatte der Deutsche Meister 2004 dem Favoriten Morne Nagel noch die Hacken gezeigt. Ostwald war mit 6,64 Sekunden als Vorlaufschnellster in den Endlauf gestürmt. Damit schob sich der Wattenscheider für die Deutschen Hallenmeisterschaften am kommenden Wochenende in die Favoritenrolle.
800 Meter
Zugpferd im 800 Meter Lauf der Männer war der Kenianer Philemon Kimutai. Er sollte seinen Landsmann Joseph Mutua als Pacemaker zu einer guten Zeit führen. Kimutai machte seine Sache gut, war mit seiner 400 Meter Durchgangszeit auf Kurs für eine 1,45er Zeit. Die Weltjahresbestleitung des Russen Yuriy Borzakovskiy (1:45,40 Min) schien in Gefahr. Am Ende kam AfrikaHallenrekordhalter Mutua in 1:48,48 als Erster ins Ziel.
Gejagt wurde der Kenianer vom Rest der Meute. Besonders nah an den Sieger kamen der Pole Grzegorz Krzosek und Kevin Hautcoeur aus Frankreich heran. Mit 1:48,69 liefen sie zeitgleich durch Ziel. Auch David Takacs (Ungarn) mit 1:48,90 und der Tscheche Jaroslav Ruza (1:49,03) hatten weniger als eine Sekunde Rückstand auf den Sieger.
Im 800 Meter B Lauf steigerte sich Steffen Co von der LG Olympia Dortmund zur neuen persönlichen Saisonbestleistung auf 1:49,35 Minuten. Co verwies Christian Köhler von der LAV Rostock auf den Platz zwei im B Lauf.
Die Ehrengabe der Landeshauptstadt Düsseldorf an den Sieger Mutua überreichte Ex800MeterWeltmeister Willi Wühlbeck.
3000 Meter
Im 3000Meter Lauf zeigte Jan Fitschen (TC Wattenscheid) eine taktische Meisterleistung. Der StudentenWeltmeister des Jahres 2003 hielt sich zunächst konsequent im Hintergrund. Die Kenianer Isaak Kipruto Sang machte die Pace. Sein Landsmann Shadrak Lagat und der Österreicher Günther Weidlinger nutzten den Windschatten. Erst dann kam Fitschen. Nach 1500 Metern hatte Sang seine Aufgabe erfüllt, der österreichische Hallenrekordhalter übernahm die Initiative. Fitschen blieb im Schlepptau. Etwas mehr als 2000 Meter waren gelaufen, da wurde es dem Wattenscheider zu langsam. Mit einem kleinen Zwischenspurt schiebt er sich an die Spitze, reißt sofort eine Lücke von 15, 20 Metern zwischen sich und das Feld. Fitschen kämpft, lässt keinen mehr heran kommen, spurtet sogar noch auf den letzten Metern und siegt überlegen in 7:47,2 Sekunden (Deutsche Jahresbestleistung). Über zwei Sekunden später kommt Sang ins Ziel.
Mitfavorit Weidlinger (7:53,48 Min.)hatte mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. "Der letzte Kilometer ist immer meine Stärke, aber ich hätte nicht damit gerechnet, dass es so schnell werden würde. Ich freue mich umso mehr über die Bestzeit", meinte Fitschen nach dem Lauf. Weidlinger hingegen war nicht so zufrieden. "Ich bin heute sehr dumm gelaufen. 600 Meter vor dem Ziel konnte ich nicht mehr mithalten. Mein Fehler war, dass ich das Tempo gemacht habe. Für Jan war das gut, aber für mich war es schlecht", ärgerte sich der Österreicher.
60 Meter Hürden
Hürdensprinter Thomas Blaschek ist nicht weit weg von der internationalen "Musik". So lautet die Erkenntnis aus seinem Sieg über 60 Meter Hürden. Der Leipziger flog über die Bahn, als ob gar keine Hürden im Weg stünden. 7,59 Sekunden (neue deutsche Jahresbestleistung) nach dem Startschuss war er schon jubelnd im Ziel. Die Jahresweltbestleistung hält derzeit der Jamaikaner Maurice Wignall mit 7,54 Sekunden. Mit seiner gelaufenen Zeit erfüllte Blaschek die vom deutschen Leichtathletik Verband geforderte Norm für die HallenWeltmeisterschaft (7,65 Sek.)
Es war eine hauchdünne Entscheidung. Anwar Moore aus den USA jagte Blaschek vor sich her. Lediglich zwei Hunderstelsekunden nach Blaschek stürmte Moore durch die Lichtschranke.
Der vierfache Deutsche Hallenmeister Mike Fenner (TV Wattenscheid) wurde in 7,68 Sekunden Vierter, direkt hinter dem Österreicher Elmar Lichtenegger. Auch da gab weniger als ein Wimpernschlag den Ausschlag zu Gunsten des Österreichers. Lichtenegger war 7,67 Sekunden unterwegs.
Stabhochsprung
Die Entscheidung im Stabhochsprung fiel erst, als die Weltklassehöhe von 5,80 Metern auflag. Noch sechs Springer waren im Wettbewerb. darunter der Vize Europameister Lars Börgeling (TSV Bayer Leverkusen), der Europameister 2002 Aleksandr Averbukh (Israel) und der Sechs Meter Springer und derzeit Weltjahresbeste Tim Lobinger (ASV Köln). Doch es kam anders, als alle gedacht hatten. Den Sieg mit neuer persönlicher Bestleistung von 5,75 Metern holte sich der jüngste im Feld. Fabian Schulz von LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg reckte bereits im Fallen nach dem Sprung die Zeigefinger gen Hallendach. Da freute er sich noch nur über seine Leistungssteigerung. Dass er gleichzeitig über den Sieg beim 1. Internationalen IndoorMeeting in Düsseldorf jubelte, ahnte da noch niemand. Reihenweise scheiterten die Weltklasseathleten an 5,80 Metern und Schulz triumphierte. "Heute habe ich gepokert und mir nach meinem Fehlversuch über 5,70 Meter die restlichen Versuche aufgehoben. Bei den Deutschen Hallenmeisterschaften werde ich nächste Woche nicht so pokern, da kommt es darauf an, unter die ersten Zwei zu kommen, um sich für die HallenWM zu qualifizieren", meinte Schulz nach seinem Siegessprung.
Enttäuschend verlief der Auftritt des gerade genesenen Danny Ecker. Er ist mit übersprungenen sechs Metern deutscher Hallenrekordhalter. Doch in Düsseldorf verließ er schon frühzeitig frustriert die Halle. Er hatte einen "Salto Nullo" hingelegt. Ecker scheiterte dreimal an seiner Anfangshöhe von 5,30 Metern. "Richtig fit fühle ich mich noch nicht. Aber über den Salto Nullo ärgere ich mich trotzdem. Ich bin nicht mit hohen Erwartungen hierher gefahren, weil ich erst seit vier Wochen wieder springe", meinte ein verärgerter Danny Ecker.
Kugelstoßen
Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch kam Kugelstoßer Ralf Bartels (SC Neubrandenburg) nach Düsseldorf. Die Woche zuvor hatte er gegen Peter Sack verloren und der stand auch in Düsseldorf im Starterfeld. Eine Niederlage gegen einen deutschen Konkurrenten, das sollte Bartels nicht noch einmal passieren. Also direkt beim ersten Versuch zeigen, wer Herr in der Halle ist. Dynamisch wuchtete der Olympiadritte die Kugel auf 20,39 Meter. Im dritten Durchgang steigerte sich der 27-Jährige auf 20,84 Meter und erzielte damit eine neue persönliche HallenBestleistung.
Da konnte auch der starke Pole Tomasz Majewski nicht mithalten. Mit 20,24 Metern sicherte er sich aber platz zwei.
Und was war mit Sack? Der Leipziger konnte nicht an seine gute Vorstellung anknüpfen. Er blieb bei 19,70 Metern hängen und wurde Vierter.
"Mein Formaufbau in Richtung Deutsche Hallenmeisterschaft stimmt, bis auf letzte Woche. Da habe ich Lehrgeld bezahlt. Heute habe ich mich viel besser gefühlt und das mit meiner persönlichen Bestleistung auch bestätigt", freute sich Bartels, der nach dem Wettkampf von Autogrammjägern umlagert wurde.
200 Meter
Das Duell des Abends: der Hallenweltmeister 2004, Dominic Demeritte von den Bahamas, trifft auf den HallenEuropameister 2005, Tobias Unger (LAZ Salamander Kornwestheim). Unger hält mit 20,53 Sekunden den Deutschen Rekord. Demeritte ist mit 20,66 der schnellste Mann der Bahamas über 200 Meter in der Halle.
In diesem Lauf ist der 21-Jährige Kai Doskoczynski vom LAC Quelle Fürth nicht mehr als schmückendes Beiwerk. Die Konzentration des Publikums gehört zur Recht Unger und Demeritte.
Ruhig und konzentriert bereiten sich die beiden Sprinter auf ihr Duell vor. Freundschaftlich gehen sie miteinander um. Doch als der Startschuss fällt, gibt es keine Freunde mehr. Unger schießt aus den Blöcken, baut schnell Geschwindigkeit auf, findet seinen Laufrhythmus. Schon in der zweiten Kurve ist klar, Demeritte ist in Düsseldorf keine Konkurrenz für den deutschen Sprintstar. Der hält sein Tempo bis ins Ziel. Für den Sieger bleibt die Uhr bei 20,89 Sekunden stehen. Demeritte enttäuscht mit 21,36 Sekunden.
Da waren auch noch der Schwede Johann Wissman und Sebastian Ernst vom TV Wattenscheid im BLauf schneller. Wissman spurtete auf 21,04 Sekunden, Ernst kam nach 21,33 Sekunden ins Ziel. "Die Anfangskurve war gut, aber dann konnte ich den Schritt nicht mehr lang ziehen. Dadurch war die Zeit enttäuschend", ärgerte sich Ernst.

