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Die Tätowierung sticht schon von Weitem ins Auge. Von der linken Schulter bis runter zum Ellbogen zieht sich Thomas Blascheks Markenzeichen über den muskulösen Oberarm.
Doch was es bedeutet, bleibt sein Geheimnis. Deutschlands momentan erfolgreichster Hürdensprinter gibt sich betont einsilbig, wenn es um seinen Körperschmuck geht: "Nichts Besonderes", sagt der 24-Jährige nur.
Beim 1. Düsseldorfer IndoorMeeting am 17. Februar, wenn der Deutsche Meister über die Hürden fliegt, wird das Tatoo wieder zu sehen sein. Doch deswegen hat ihn Meeting-Direktor Marc Osenberg nicht eingeladen: "Bei Thomas Blaschek ist vergangenes Jahr der Knoten geplatzt. Er ist nicht nur national das Maß der Dinge, sondern hat auch den Anschluss an die erweitere Weltspitze geschafft."
Beinahe wäre es allerdings gar nicht so weit gekommen, wollte Blaschek im Jahr 1998 doch wegen eines Muskelfaserbündelrisses seine Karriere fast schon beenden. Zur schweren Verletzung kamen Motivationsprobleme hinzu, die er jedoch mit dem Gewinn seiner ersten internationalen Medaille ein Jahr später wieder in den Griff bekam.
Vor sechseinhalb Jahren nämlich stand der amtierende Deutsche Meister als Bronzemedaillengewinner bei den Junioren-Europameisterschaften in Riga auf dem Treppchen. Eine Saison später war es dann schon Silber: Der 1,89 Meter große Sportsoldat wurde in Santiago de Chile Junioren-Vizeweltmeister. Der Übergang vom Nachwuchsbereich in die Erwachsenenklasse, der so vielen Leichtathleten nicht nahtlos gelingt, war in den Folgejahren auch für den gebürtigen Geraer schwer.
Wurde er im Jahr 2002 noch Dritter bei den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid, ging er 2003 leer aus. Bei der Hallen-DM 2004 zahlte sich dann die Zusammenarbeit mit Idriss Gonschinska, dem Cheftrainer des LAZ Leipzig, erstmals aus. Bei der Hallen-DM gelang ihm mit Rang drei die Rückkehr aufs Treppchen. "Als Thomas im Oktober 2002 zu mir kam, habe ich erstmal seine Technik umgestellt. Er hat gelernt, sich selbst besser wahrzunehmen", sagte Goschinska jüngst in der Fachzeitschrift Leichtathletik über seinen Schützling, der im Sommer des Olympiajahres erneut einen herben Rückschlag verkraften musste. Blaschek stürzte im Abschlusstraining vor dem Europacup im polnischen Bydgoczsz und erlitt einen Schlüsselbeinbruch. Den erträumten Olympiastart musste er deshalb abschreiben.
Mittlerweile denkt der Thüringer über die Ups and Downs seiner Karriere nicht mehr allzu viel nach: "Ich schaue nach vorn, nicht zurück." Sein Ziel sind die Olympischen Spiele 2008 in Peking und ein Jahr später die Heim-WM in Berlin. Das verbindet ihn auch mit Freundin Judith Ritz, deren größter Erfolg bisher Platz fünf bei der U23-EM in Erfurt war. Die beiden sind seit drei Jahren ein Paar. In Düsseldorf geht das Duo zwar in verschiedenen Läufen, aber doch gemeinsam über die Hürden an den Start.

