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Beim IndoorMeeting in Düsseldorf geht der von Klaus Müller trainierte Herms auf seiner Paradestrecke an den Start. Ebenfalls dabei: André Bucher, der Weltmeister von Edmonton aus dem Jahr 2001.
Bei René Herms gilt "hell" gleich "schnell". Sind die Fußnägel des ehemaligen U23-Europameisters über 800 Meter hellblau, gelb oder weiß lackiert, ist beim Aushängeschild der LG asics Pirna alles im grünen Bereich. Jeder dunkle Nagel symbolisiert dagegen ein "schlechtes Rennen". Was als Jux begann, ist seit vier Jahren seine Glücks-Macke.
Beim IndoorMeeting in Düsseldorf geht der von Klaus Müller trainierte Herms auf seiner Paradestrecke an den Start. Ebenfalls dabei: André Bucher, der Weltmeister von Edmonton aus dem Jahr 2001. "Die 800 Meter werden interessant. André Bucher hat beim diesjährigen Golden-League-Finale in Berlin den Anschluss an die Weltspitze wieder geschafft. Wenn er verletzungsfrei durch den Winter kommt, wird er René Herms Paroli bieten können", sagt Meeting-Direktor Marc Osenberg.
Der fünfmalige Deutsche Meister Herms rannte in der zurückliegenden Saison allerdings noch deutlich schneller als Ex-Weltmeister Bucher. Bei seinem Sieg in Straßburg unterbot der 23-Jährige zum zweiten Mal in seiner Karriere die Schallmauer von 1:45 Minute. In 1:44,88 ließ der gebürtige Dohnaer sogar dem Olympiazweiten von Athen, Mbulaeni Mulaudzi aus Südafrika, keine Chance. Beim Meeting "Weltklasse hinterm Deich" in Cuxhaven blieb er dann in 1:44,71 wieder unter 1:45 Minute und begeisterte die Zuschauer mit einem fulminanten Start-Ziel-Sieg. Herms Bestmarke aus dem Jahr 2004 liegt bei 1:44,14 Minute. Nur eine knappe halbe Sekunde fehlte ihm bei der Team Challenge in München zum Deutschen Rekord von Willi Wülbeck (1:43,65 Minute/1983). Den hat der Sachse aber fest im Visier: "Klar hoffe ich, irgendwann in diesen Bereich zu kommen."
Woran Herms gerade noch arbeitet, hat André Bucher schon gepackt. Sein Hausrekord steht bei 1:42,92 Minuten. 2001 war das große Jahr des Schweizers. Erst der Sieg bei den Weltmeisterschaften im kanadischen Edmonton, dann die Siegesserie in der Golden League. Bucher knackte den Millionen-Dollar-Jackpot. Seitdem kam der Schweizer allerdings nicht mehr richtig in Tritt. Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück, den Trainingsrückstand konnte er nicht mehr wett machen.
Zwar gewann der Luzerner bei den Europameisterschaften 2002 in München noch EM-Silber, doch bei der WM ein Jahr später in Paris schied er dann bereits im Halbfinale aus. Bei den Olympischen Spielen 2004 von Athen blieb Bucher gar in den Vorläufen hängen, genauso wie im vergangenen August bei der Regen-WM in Helsinki. "Vor 2001 hatte ich zehn Jahre keine Verletzungen. Jetzt wird es wohl drei bis vier Jahre dauern, bis ich wieder auf einem Top-Niveau angelangt bin", sagte der 29-Jährige nach dem enttäuschenden Abschneiden in Finnland.
Doch einen wichtigen Schritt in Richtung einer erfolgreicheren Zukunft machte er schon drei Wochen später beim Golden-League-Finale in Berlin. "Das Rennen war keine Sensation, aber ein versöhnlicher Abschluss", resümierte Bucher nach 1:45,89 und Platz acht auf der blauen Bahn des Berliner Olympiastadions, wo 2009 die Weltmeisterschaften ausgetragen werden.

