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Das Premieren-Publikum des Düsseldorfer Hallenmeetings wird am 17. Februar 2006 seine wahre Freude haben, wenn die frischgebackene Cross-EM-Zweite über 1500 Meter an den Start geht
Klein, aber oho. Treffender ist Sabrina Mockenhaupt, die am dritten Advent bei den Cross-Europameisterschaften im niederländischen Tilburg ihre erste internationale Medaille geholt hat, nicht zu beschreiben. Das Premieren-Publikum des Düsseldorfer Hallenmeetings wird am 17. Februar 2006 seine wahre Freude haben, wenn die frischgebackene Cross-EM-Zweite über 1500 Meter an den Start geht und ihren Dauerlauf an die internationale Spitze fortsetzen will. Denn die 1,56 m große Siegerländerin hat ein großes Ziel: "Ich will in die Weltklasse."
Zur europäischen Spitze zählt Mockenhaupt indes schon seit 2004, was sie in Tilburg eindrucksvoll unter Beweis stellte: "Zwei Wochen steckte ich bei einem Feldwebelanwärter-Lehrgang der Bundeswehr im Schlamm und konnte nicht richtig trainieren. Darum war ich aggressiv, andererseits ohne große Erwartungen. Über meine erste internationale Medaille bin ich überglücklich", meinte die 25 Jahre alte Sportsoldatin nach ihrem Erfolg. Ihre ausgezeichnete Form hatte die 10.000-Meter-Olympia-15. von Athen bereits bei den nationalen Cross-Titelkämpfen in Darmstadt Ende November unter Beweis gestellt. Dort machte sie mit ihrem dritten Sieg in Folge gleichzeitig auch ihren 23. Deutschen Meistertitel perfekt.
Im Jahr 2006 feiert "Mocki", die gerade 46 kg auf die Waage bringt, ihr Läuferjubiläum. Erst 1996 begann die 5000-Meter-Militärweltmeisterin von 2002 ihre Jogging-Schuhe regelmäßig zu schnüren. "Vorher war ich eine richtige Anti-Sportlerin", sagt sie. Doch was lange währte, wurde schnell gut. Schon 1997 streift sie bei den Cross-Europameisterschaften in Portugal erstmals das Nationaltrikot über und wird auf Anhieb 22. bei den Juniorinnen. Danach ging es steil nach oben. U20-EM-Vierte über 5.000 Meter 1999, 10.000-Meter-Dritte bei der U23-EM 2001, EM-Zehnte über die gleiche Distanz ein Jahr später, Olympia-15. 2004 und schließlich Cross-EM-Fünfte ebenfalls 2004, ehe sie nun in Tilburg ihr bislang erfolgreichstes Rennen absolvierte.
Noch ein Jahr will die mit Blick auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking vermeintlich aussichtsreichste deutsche Langstrecklerin im Gelände und auf der Bahn über 1500, 3000, 5000 und 10.000 Meter an den Start gehen, ehe sie endgültig in die Fußstapfen ihrer "Marathon-Eltern" tritt und den Wechsel auf die 42,195-Kilometer-Distanz wagt. Einen ersten Schritt in diese Richtung tat Mockenhaupt, die von Heinz Weber trainiert wird, bereits mit ihrem ersten Vereinswechsel von der LG Sieg zum Kölner Verein für Marathon. Ab 1. Januar läuft sie für die Veranstalter des drittgrößten deutschen Marathons. Im Vertrag ist auch festgehalten, dass sie ihr Debüt auf der klassischen Strecke im Oktober 2007 in Köln geben wird.
Doch nicht nur wegen ihrer bisherigen sportlichen Auftritte ist Sabrina Mockenhaupt auf dem Weg, eine der bekanntesten deutschen Leichtathletinnen zu werden. Schon zweimal war sie der Renner bei Stefan Raabs TV Total. Mit ihrem tränenreichen Auftritt bei der WM 2003, wo sie den 10.000-Meter-Lauf mit Magenbeschwerden aufgab, wurde sie zum Running Gag, zwei Jahre später brach sie nach der WM erneut in Tränen aus und durfte dieses Mal sogar bei Raab auf der Couch Platz nehmen. Und der sonst bekanntlich nicht auf den Mund gefallene Moderator kam kaum zu Wort. Mockenhaupt redete ihn in Grund und Boden, erzählte vom "Mocki"-Bären, den sie für einen Sponsor vermarkten soll, verpasste ihm ein Paar neue Laufschuhe und gewährte tiefe Einblicke in ihre Gefühlswelt: "Ich bin halt nah am Wasser gebaut", sagte Mockenhaupt und begründete die Tränen nach Platz 17 bei der WM 2005.
Dort war es am Tag nach dem Rennen in der morgendlichen Pressekonferenz zu "Mockis" zweiten öffentlichen Gefühlsausbruch nach 2003 gekommen: "Man könnte jetzt meinen, ich bin das Leiden Christi. Aber morgen laufe ich schon wieder fröhlich durch den Park und freue mich daran, wie froh die Leute sind, so ein kleines Häschen wie mich zu sehen", meinte sie, als die Tränen getrocknet waren. Schließlich sei Laufen ihr Leben.
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