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26.01.06

Björn Otto hat gleich zum Saisonauftakt die WM-Norm für die Hallenweltmeisterschaften in Moskau geknackt. Der Stabhochspringer vom LAV Bayer Uerdingen/Dormagen ist auch am 17. Februar beim 1. IndoorMeeting in Düsseldorf am Start.

Björn Otto

Björn Otto

Bodenständig oder abgehoben? Mit Sicherheit beides. Stabhochspringer Björn Otto vom LAV Bayer Uerdingen/Dormagen passt in keine Schublade. Einerseits ist der 28-Jährige einer der Ruhigen in der exzentrischen Stabhochsprungszene. Andererseits geht Otto oft und gern in die Luft: Paragleiten und Modellfliegerei sind seine großen Leidenschaften. Einzuordnen ist der Studentenweltmeisters von Izmir indes in einer Hinsicht: Mit seiner Bestmarke von 5,82 Metern aus dem Jahr 2004 gehört er zur Stabhochspring-Elite Deutschlands.

Erst am Samstag (21. Januar) bestätigte der Straberger erneut seine Klasse: Beim Springer-Meeting in Dessau feierte er beim ersten Saisonstart gleich den ersten Sieg. Gleichzeitig erfüllte der 1,85 Meter große Bayer-Athlet die geforderte Norm für die Hallen-Weltmeisterschaften in Moskau (10. bis 12. März). "Ich bin überglücklich. So gut habe ich noch nie eine Saison begonnen", sagte Otto hinterher und kündigte vollmundig an: "Jetzt will ich auch den Titel bei er Hallen-DM in Karlsruhe holen und mich für Moskau qualifizieren."

Auf dem Weg dorthin trifft der DM-Dritte von 2003 beim 1. IndoorMeeting in Düsseldorf (17. Februar) ein letztes Mal vor den entscheidenden nationalen Titelkämpfen auf die komplette deutsche Springerelite, die sich um die zwei WM-Tickets streitet. So wollte es Meeting-Direktor Marc Osenberg: "Gerade die Stabhochspringer werden sich in Düsseldorf einem letzten Test vor den Deutschen Meisterschaften unterziehen. Hier wird es keine großen Pokereien geben. Jeder wird zeigen was er drauf hat. Denn auch in diesem Jahr, wird es mehr Norm-Erfüller geben, als Plätze für die WM da sind." Die endgültige Nominierung nimmt der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) eine Woche später nach dem Wettbewerb in Karlsruhe vor.

Mit dem Kampf um die heiß begehrten Tickets kennt sich Otto bestens aus. Nur durch den verletzungsbedingten Verzicht von Disziplinkollege Danny Ecker (TSV Bayer 04 Leverkusen) durfte der Rheinländer 2005 bei der Hallen-EM in Madrid dabei sein und wurde dort Vierter. Denn Gefallen tat ihm in der Freiluftsaison niemand und so verpasste der Schützling von Michael Kühnke trotz schwächelnder Teamkollegen die WM-Fahrkarte nach Helsinki.

Erst zum Saisonende hin konnte sich Otto steigern und den größten Erfolg seiner Karriere klar machen. Bei der Universade im türkischen Izmir wurde er mit 5,80 Metern Studentenweltmeister und stellte gleichzeitig mit seiner Siegeshöhe den 15 Jahre alten Universade-Rekord des Ungarn Istvan Bagyula ein. Der Titelgewinn bescherte ihm im November eine weitere große Auszeichnung: Der Biologiestudent der Uni Köln wurde in Berlin zum Hochschulsportler des Jahres gekürt. Die vierte Teilnahme war aber zugleich seine letzter Auftritt bei einer Univeriade. 2007 ist er zu alt und wird wohl auch nicht mehr Student sein, denn momentan steckt er mitten in seinen Diplomprüfungen. Seine Diplomarbeit schreibt er über das Sinnessystem eines afrikanischen Fisches.